Christoph Zeller

Gespielt von Bernhard W√ľrzl

Christoph Zeller (‚Ć 18. Juli 1626 bei Urfahr, Ober√∂sterreich) war Wirt in Haibach ob der Donau und St. Agatha, Schwager von Stefan Fadinger und ging als Oberhauptmann der Bauern des M√ľhl- und des Machlandviertels im Ober√∂sterreichischen Bauernkrieg von 1626 in die Geschichte ein.

Die Vorfahren von Christoph Zeller besa√üen √ľber mehrere Generationen eine Taverne in Haibach ob der Donau. Von Zellers Leben vor dem Bauernkrieg wissen wir im Wesentlichen aus einem Brief des Erasmus von R√∂dern an den Freiherrn von Tattenbach aus dem Jahr 1626 Bescheid: Erzogen wurde er von Hieronymus Schlux zu Grueb und Haglau, einem Angeh√∂rigen des obderennsischen Ritterstandes, der seinen Sitz auf Schloss Grueb in Kirchberg ob der Donau hatte. Diesen begleitete er wahrscheinlich bei dessen Reisen, die dieser in seiner Funktion als Starhembergischer Lehenspropst nach √Ėsterreich ob und unter der Enns unternahm. Nach dem Tod seines Mentors 1603 wurde Zeller Soldat. Fr√ľhestens ab 1606 hatte er die elterliche Taverne in Haibach inne, welche dann zwischen 1607 und 1611 an seinen Bruder Georg √ľberging. Kurz vor dem Jahr 1625 brachte er eine Taverne in St. Agatha in seinen Besitz.

Nachdem der bayrische Statthalter Adam Graf von Herberstorff eine Rebellion bewaffneter Untertanen, gegen die gewaltsame Einsetzung eines katholischen Pfarrers, im Frankenburger W√ľrfelspiel vom Mai 1625 grausam sanktionieren lie√ü, war die gesamte Bauernschaft Ober√∂sterreichs in Aufruhr und genoss Solidarit√§t auch unter den nichtb√§uerlichen Schichten.

Zusammen mit seinem Schwager Stefan Fadinger plante er einen Aufstand f√ľr den 31. Mai 1626, eine Rauferei mit bayrischen Besatzungssoldaten in Lembach im M√ľhlkreis l√∂ste aber bereits am 17. Mai das allgemeine Aufgebot aus. Sofort besetzten die Bauern Burgen und M√§rkte, darunter den Markt Peuerbach. Darauf hin machte sich der Statthalter Herberstorff mit einer Streitmacht auf den Weg dorthin. Dabei gelang es den aufst√§ndischen Bauern unter der F√ľhrung Zellers den Statthalter mit seiner Streitmacht in eine Falle zu locken und diese durch einen Angriff auf die rechte Flanke in absch√ľssigem Gel√§nde fast vollst√§ndig aufzureiben. Nach dieser Schlacht wurde er zum Oberhauptmann der Bauern im M√ľhl- und Machlandviertel gew√§hlt. Bei der anschlie√üenden Belagerung von Linz befehligte er zwei Monate die Bauern am linken Donauufer.

In der Nacht zum 18. Juli landete bayrische Verst√§rkung mit Waffen und Verpflegung in Linz. Herberstorff unterst√ľtzte die Anlegung durch verst√§rkten Artilleriebeschuss der feindlichen Stellungen in Urfahr und durch einen Ausfall. Bei diesen K√§mpfen wurde Zeller durch einen Herzschuss get√∂tet. Er wurde, wie auch sein Kampfgef√§hrte Stefan Fadinger, am Eferdinger Friedhof begraben.

Nach dem Zusammenbruch des Bauernaufstandes im November 1626 wurden die Leichen von Zeller und Fadinger, im Zuge des Strafgerichts gegen die R√§delsf√ľhrer, im M√§rz 1627 auf Anordnung des Statthalters Herberstorff vom Scharfrichter wieder ausgegraben und im Seebacher Moos (bei Eferding, heute Hinzenbach) verscharrt.

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